Wickel und Kompressen für Kinder

Wie bereits in der Übersicht der Kinderkrankheiten thematisiert, beschäftigen wir uns nun mit den einzelnen „klassischen“ Kinderkrankheiten, welche gehäuft im Kindesalter vorkommen. Beginnen werden wir jeweils mit einer Zusammenfassung der einzelnen Krankheit, danach widmen wir uns der Ansteckung, Symptomen, Komplikationen und möglichen Therapieformen. 

Zur Erinnerung: Wir werden uns mit dem Dreitagefieber, den Masern, dem Pfeifferschen Drüsenfieber, der Hand-Fuss-Mund-Krankheit, den Ringelröteln, Scharlach, Windpocken und Mumps beschäftigen. 

Wichtiger Hinweis: Diese Seite wurde von den Autorinnen mit bestem Wissen erstellt und mit grösstmöglicher Sorgfalt geprüft. Alle Angaben erfolgen ohne jegliche Haftung oder Garantie von Seiten der Autorinnen. Die enthaltenen Methoden und Mittel stellen keinen Ersatz für ärztliche Abklärungen dar.

Inhaltsverzeichnis dieser Seite der klassischen Kinderkrankheiten

Dreitagefieber

Wie der Name Dreitagefieber, so das Programm: 3 Tage lang hohes Fieber. Das Fieber steigt ohne erkennbare Ursache plötzlich stark und erreicht manchmal sogar über 40 Grad. Nach 3 Tagen (max. 5 Tagen) fällt das Fieber und der typische Ausschlag wird sichtbar. 

Übersicht der Kinderkrankheit Dreitagefieber

Übersicht Dreitagefieber

Ansteckung

Das Dreitagefieber beginnt mit der Infektion, welche via Tröpfchen übertragen wird. Das heisst, die Viren können ganz einfach durch Sprechen, Küsschen, Husten und Niessen in den Organismus des Gegenübers eindringen. Durch diese hohe Ansteckungsmöglichkeit tritt das Dreitagefieber meistens in den ersten zwei Lebensjahren auf. Wenn sie überstanden ist, wird diese Kinderkrankheit ein Leben lang nicht mehr auftreten.

 

Symptome und Verlauf

Typischerweise kommt es beim Dreitagefieber 5-15 Tage nach Kontakt zu rasch ansteigendem hohem Fieber für ein paar Tage, oftmals drei Tage. Nach dem Fieberabfall zeigt sich ein Ausschlag, welcher vor allem den Rumpf betrifft, manchmal auch das Gesicht, Arme und Beine. Der rötliche Ausschlag zeigt sich fleckig auf der Haut, manchmal nur blass rötlich, und verschwindet nach einigen Stunden, maximal nach einem Tag, wieder. Die Haut fühlt sich dabei glatt an.

Begleitet wird die Krankheit möglicherweise von Übelkeit und Erbrechen, da das Verdauungssystem in Mitleidenschaft geraten kann. Auch Erkältungszeichen und ein reduzierter Allgemeinzustand sind möglich, müssen aber nicht sein.

 

Komplikationen

Manchmal kann es durch den raschen Fieberanstieg zu einem Fieberkrampf kommen. Wenn diese Reaktion bei deinem Kind schon bekannt ist und sich der Krampf schnell wieder löst, ist dies unbedenklich. Krämpfe, welche den ganzen Körper betreffen, sollten aber grundsätzlich immer ärztlich abgeklärt werden.

Schwerwiegende Komplikationen sind sehr selten.

 

Wie kann ich mich und mein Kind schützen?

Da die Ansteckungsgefahr sehr hoch ist, ist es schwierig, dein Kind vor dem Dreitagefieber zu schützen. Die üblichen Hygienemassnahmen, wie gutes Händewaschen, viel Lüften etc., sind jedoch immer zu empfehlen. Du musst dir jedoch keine Sorgen machen, da diese Krankheit in den allermeisten Fällen völlig ungefährlich ist.

 

Therapie

Ist dein Kind älter als 6 Monate und fühlst du dich sicher, kannst du gut drei Tage warten und das Fieber beobachten. Bei fiebersenkenden Massnahmen achte darauf, dass du den Organismus nicht unnötig überstrapazierst. Mit sanften Puls- oder Wadenwickeln – je nach Alter des Kindes, oder mit Fieberwaschungen kann das Fieber langsam gesenkt werden.

Gib dem Kind ausserdem ausreichend Wasser oder warmen Tee zu trinken. Fenchel-, Pfefferminz- oder Kamillentee beruhigt das Verdauungssystem. Vorsicht, zu vieles Trinken kann das Erbrechen provozieren. Also nur so viel geben, wie es dem Kind möglich ist, bei sich zu behalten.

Fühlst du dich sicher brauchst du dein Kind nicht einer ärztlichen Fachperson vorzustellen.

 

Woran erkenne ich, dass es sich um diese Krankheit handelt?

Das hohe Fieber über ein paar Tage und der anschliessende Ausschlag in diesen jungen Jahren ist ein sehr typisches Krankheitsbild.

Abzugrenzen ist das Dreitagefieber vor allem von der Rötelnkrankheit, falls dein Kind nicht dagegen geimpft ist, jedoch auch von anderen Kinderkrankheiten mit Ausschlag und von Allergien.

Ein Röteln-Ausschlag ist kleinfleckiger und kann, wenn du mit dem Finger darüberfährst, leichte Erhabungen zeigen, sich also uneben anfühlen. Die Rötelnkrankheit beginnt mit dem Ausschlag, meistens ganz ohne Fieber. Dieser bleibt länger bestehen als bei einem Dreitagefieber.

Massnahmen zur Fiebersenkung

In unseren Artikeln findest Du allgemeine und spezifische Massnahmen zur Fiebersenkung wie z.B. der Pulswickel oder der Wadenwickel. 

Fieber und Hausmittel
Welche Möglichkeiten unterstützen Dein Kind während einer Fieberphase?
Fieber
Fieber senken oder fiebern lassen?

Hand-Fuss-Mund-Krankheit

Übersicht der Kinderkrankheit Hand-Fuss-Mund

Kinderkrankheit Hand-Mund-Fuss

Ansteckung

Das Virus der Hand-Fuss-Mund-Krankheit wird über Körperflüssigkeiten übertragen, also über Sprechen, Küsschen, Husten, Niessen, Ausscheidung und über das Sekret der Blässchen. Es ist möglich, dass sich das Kind mehrere Male mit diesem Virus ansteckt, und, auch wenn du es als Kind gehabt hast, kann es sein, dass du angesteckt wirst.

 

Symptome und Krankheitsverlauf

Du erkennst diese Krankheit an den kleinen roten Flecken und Bläschen an Händen, Füssen und im bzw. um den Mund. Manchmal kann der Ausschlag auch am Gesäss, im Genitalbereich, an den Knien oder Ellenbogen vorkommen. Bevor dieser Ausschlag auftritt, hat das Kind oft Fieber und mag nicht richtig essen.

 

Komplikationen

Komplikationen sind selten. Eine seltene Erscheinung kann sein, dass Hand- und Fussnägel nach einiger Zeit abfallen, sie wachsen allerdings problemlos wieder nach.

 

Wie kann ich mich und mein Kind schützen?

Mit guter Händehygiene und wenn du auf Küsschen verzichtest, kannst du dich ev. vor der Krankheit schützen. Sie ist aber sehr ansteckend und glücklicherweise ungefährlich, daher musst du dir keine Sorgen machen, falls es doch zum Ausbruch kommt.

 

Therapie

Die Krankheit wird nur symptomatisch behandelt, das bedeutet, es gibt kein Medikament dagegen. Wichtig ist, dass das Kind weiterhin trinken und essen mag, hierfür sollten unter Umständen die Schmerzen im Mund und beim Schlucken gelindert werden. Das Fieber kann, wenn es sehr hoch ist, mit sanften Puls- oder Wadenwickeln gesenkt werden.

Solange sich die Symptome wie oben beschrieben zeigen und du dich sicher fühlst, musst du das Kind nicht einer ärztlichen Fachperson zeigen. Die Symptome werden nach ca. 10 Tagen wieder vergehen. Da das Virus aber länger im Körper bleibt und über den Stuhl weiterhin ausgeschieden wird bleibt ein Kind über mehrere Wochen ansteckend. Da weitere Ansteckungen nicht vermeidbar sind und die Krankheit harmlos ist darf das Kind in der Regel aus medizinischer Sicht wieder in die Kita, Kindergarten oder in die Schule, sobald es fieberfrei ist und die Bläschen nicht mehr nässen.

 

Woran erkenne ich, dass es sich um diese Krankheit handelt?

Wenn dein Kind geimpft ist, könnte der Krankheitsverlauf mit dem Dreitagefieber verwechselt werden. Auf Fieber folgt ein Ausschlag. Beim Dreitagefieber ist der Ausschlag jedoch eher fleckig, es gibt keine Bläschen und er zeigt sich eher am Rumpf. Ausserdem bleibt er länger als beim Dreitagefieber. Du musst aber beides nicht bei der Kinderärztin vorstellen.

Ist dein Kind bereits über das Kleinkindalter hinaus könnte es sich eventuell noch um Scharlach handeln. Bei Scharlach ist jedoch der Mund typischerweise nicht vom Ausschlag befallen, sondern eher mit Belag auf der Zunge versehen und das Kind hätte geschwollene Lymphknoten am Hals.

Bist du unsicher bezüglich des Erscheinungsbildes oder geht es deinem Kind plötzlich sehr schlecht, solltest du eine ärztliche Fachperson aufsuchen.

 

Wickel-Anwendung und naturheilkundliche Tipps

Stören die Hautläsionen im Mund sehr, können Spülungen mit Kamillentee oder Melissentee angewendet werden. Auch spezielle Gels für die Applikation auf Schleimhäuten aus der Drogerie/Apotheke können schmerzende Läsionen lindern.

Fieber: Um das Fieber zu senken, können Puls- oder Wadenwickel verabreicht werden. (s. Massnahmen zur Fiebersenkung)

 

Masern

Ein typisches Merkmal der Masernerkrankung sind die 2 Krankheitsstadien mit 2 Fieberschüben, sowie die sog. Koplik-Flecken auf der Mundschleimhaut. 

Übersicht der Kinderkrankheit Masern

Übersicht Masern

Ansteckung

Das Masern-Virus wird via Tröpfchen übertragen, das heisst: über Sprechen, Küsschen, Husten und Niessen. Diese Kinderkrankheit ist sehr ansteckend, da die ganz feinen Tröpfchen (Aerosole) lange in der Luft schwebend bleiben. Es können sich alle nicht immunen Menschen mit diesem Virus anstecken. Nach dem Kontakt mit dem Virus (Kontakt zu einem Masern-kranken Menschen) dauert es ungefähr 7 – 18 Tage, bis die Krankheit ausbricht. Die Krankheit ist bereits vier Tage vor Ausbruch des Ausschlages ansteckend und bleibt es bis vier Tage nach Abklingen des Ausschlages. In dieser Zeit sollte der Kontakt zu anderen Menschen, welche möglicherweise nicht immun sind gegen das Masern-Virus, vermieden werden.

 

Symptome und Krankheitsverlauf

Die Krankheit verläuft üblicherweise in zwei Schüben. Der zweite Schub beginnt nach zwei bis vier Tagen nach Beginn der Symptome und zeigt sich mit verstärkten Symptomen. Dazu kommt beim zweiten Schub ein Ausschlag. Dieser Ausschlag zeigt sich grossfleckig, leicht bläulich, ineinander verlaufend. Er beginnt hinter den Ohren und breitet sich innerhalb weniger Tage über Gesicht, Rumpf, Arme und Beine aus.

Auch auf der Mundschleimhaut können sich Hautveränderungen zeigen, die sog. Koplik-Flecken. Wie solche Flecken aussehen, kannst Du auf der MSD-Manual Seite sehen.

 

Komplikationen

Komplikationen treten bei jeder 10. Person, welche an Masern erkrankt, auf. Es kann dabei zu schweren Komplikationen kommen, welche lebensgefährlich sein können. Ein erhöhtes Komplikationsrisiko besteht für Säuglinge, junge Erwachsene ab 15 Jahren, Schwangere und immungeschwächte Menschen.

 

Wie kann ich mich und mein Kind schützen?

Die Impfung schützt einen Menschen lebenslang und kann in der Kombination mit Mumps, Röteln und Windpocken (MMRV) ab dem Alter von 9 Monaten verabreicht werden.

Falls du zu einem an Masern erkrankten Menschen Kontakt hattest und du nicht sicher bist, ob du immun bist, dann melde dich so schnell wie möglich bei einer ärztlichen Fachperson.

 

Therapie

Es können lediglich die Symptome gelindert werden. Es besteht jedoch Meldepflicht, falls ein Masernverdacht besteht.

 

Woran erkenne ich, dass es sich um diese Krankheit handelt?

Typisch ist der Verlauf in zwei Schüben und das Auftreten des Ausschlages, mit Beginn hinter den Ohren, mit dem 2. Schub.

 

Therapiemöglichkeiten / Wickel-Anwendung und naturheilkundliche Tipps

Fiebersenkende Massnahmen wie Wadenwickel (s. unter Dreitagefieber), schmerzlindernde Bauchwickel und Salbeitee zum Gurgeln können die Symptome lindern. Zudem ist Ruhe und Zuwendung wohltuend.

 

Weiterführende Links:

Mumps

Ein typisches Zeichen von Mumps sind die sogenannten Hamsterbacken, eine Schwellung der Ohrspeicheldrüsen 1-2 Tage nach Fieberbeginn.

Übersicht der Kinderkrankheit Mumps

Kinderkrankheit Mumps Übersicht

Ansteckung

Das Mumps-Virus wird via Tröpfchen übertragen, das heisst: über Sprechen, Küsschen, Husten und Niessen. Ansteckend ist die kranke Person 2 Tage bevor die Symptome bemerkbar sind bis 9 Tage nach Abklingen der Symptome.

 

Symptome und Krankheitsverlauf

Die Krankheit beginnt mit unspezifischen Symptomen wie leichter Temperaturerhöhung, Unwohlsein oder Kopfschmerzen. Danach tritt eine schmerzhafte Schwellung der Ohrspeicheldrüsen auf, welche ein- oder auch beidseitig sein kann. Die Backen schwellen an, daher spricht man manchmal auch von Hamsterbacken. Es ist auch möglich, dass an Stelle der Ohrspeicheldrüsen andere Speicheldrüsen anschwellen und schmerzen. Alle Speicheldrüsen sind im Bereich Kiefer, Mund und Rachen, die Schmerzen und Schwellungen treten also in diesem Bereich auf. Das Kauen kann schmerzhaft sein und durch die Schwellung steht das Ohrläppchen etwas ab.

 

Komplikationen

Häufige Komplikation ist die Hirnhautentzündung bei Kindern, diese verläuft meistens ohne Probleme. Eine Hodenentzündung bei erwachsenen Männern (20-30%), welche zur Sterilität führen kann gehört auch zu den Komplikationen. Auch Entzündungen der Eierstöcke kommen bei rund 5% der erkrankten Frauen vor. Gefährlich sind ausserdem Entzündungen von Pankreas und Herzmuskel.

 

Wie kann ich mich und mein Kind schützen?

Betreffen kann die Krankheit alle Menschen, welche nicht immun sind.

Die Impfung schützt einen Menschen lebenslang und kann in der Kombination mit Masern, Röteln und Windpocken (MMRV) ab dem Alter von 9 Monaten verabreicht werden.

Besteht der Verdacht auf Mumps, muss jeglicher Kontakt zu nicht immunen Menschen verhindert werden.

 

Therapie

Gegen Mumps gibt es kein Medikament. Die Behandlung beschränkt sich auf die Symptomlinderung. Du kannst mit Puls- oder Wadenwickeln das Fieber sanft senken, schmerzlindernde Massnahmen ergreifen und für viel Ruhe sorgen.

 

Woran erkenne ich, dass es sich um diese Krankheit handelt?

Die Schwellung der Speicheldrüsen können mit der Schwellung der Lymphknoten verwechselt werden, da sie nah beieinanderliegen. Beim Pfeifferschen Drüsenfieber schwillt die Halsregion an durch die Schwellung der Lymphknoten am Hals. Auch das Fieber kann latent vorkommen, ausserdem Müdigkeit und Schmerzen im Hals. Versuch gezielt den Hals seitlich abzutasten, ob du da eine knotige Schwellung spürst oder ob die Schwellung, bzw. der Schmerz eher unterhalb der Ohren am Kiefer manifestiert ist. Ist dein Kind geimpft gegen Mumps ist es wohl eher das Pfeiffersche Drüsenfieber oder aber auch eine andere Infektion, welche eine Schwellung der Lymphknoten hervorruft. Eine Schwellung der Lymphknoten ist unter Umständen ganz normal, und bedeutet, dass das Immunsystem arbeitet.

Pfeiffersches Drüsenfieber

Typisch Pfeiffersches Drüsenfieber sind die Grippe-ähnlichen Beschwerden mit Appetitlosigkeit und der ausgeprägten Müdigkeit, welche mit einem allgemeinen Unwohlsein einhergehen. Ein langer Krankheitsverlauf gehört auch zu den typischen Merkmalen der Mononukleose. 

Übersicht der Kinderkrankheit Pfeiffersche Drüsenfieber

Kinderkrankheit Pfeiffersches Drüsenfieber

Ansteckung

Das Pfeiffersche Drüsenfieber tritt meistens im Kleinkinderalter oder dann im Jugendalter auf. Fast alle Menschen in Westeuropa kommen irgendwann mit dem Virus in Kontakt. Dies ist nicht so offensichtlich, weil Kleinkinder oftmals keine oder grippeartige Symptome zeigen.

Im Jugendalter zeigt sich die Krankheit, welche zB. beim Küssen über Speichel übertragen wird (daher der Name „Kusskrankheit“), jedoch deutlicher.

 

Symptome und Krankheitsverlauf

Fieber über mehrere Wochen, Müdigkeit, Kopfschmerzen und Übelkeit sind die Leitsymptome des Pfeifferschen Drüsenfiebers. Dazu kommen geschwollene Lymphknoten am ganzen Körper, va. Aber am Hals und eine Vergrösserung der Milz. Oftmals zeigt sich auch eine Entzündung des Rachens mit grau-weissen Belägen und kleinen roten Punkten am Gaumen, sowie eine Vergrösserung der Leber. Es kann sogar zu einer leichten Gelbfärbung der Haut kommen. Die äusseren Krankheitszeichen sind in der Regel deutlich, durch eine Blutuntersuchung im Labor können weitere Parameter die Krankheit bestätigen.

 

Komplikationen

Komplikationen sind selten.

 

Wie kann ich mich und mein Kind schützen?

Meide den Kontakt mit bestätigt Infizierten.

 

Therapie

Betrifft es dein Kleinkind wirst du es kaum bemerken, dass es sich um das Pfeiffersche Drüsenfieber handelt. Das kränkelnde Kind kannst du mit viel Zuwendung begleiten.

Betrifft es deinen jugendlichen Nachwuchs macht es Sinn, die Krankheit mittels einer Blutuntersuchung bei einer ärztlichen Fachperson zu bestätigen, damit ein ärztliches Zeugnis vorliegt und der/die Jugendliche die Ruhe bekommt, die er/sie benötigt.

Eine Therapie gegen das Virus gibt es nicht. Daher beschränkt sich die Behandlung auf die Symptombekämpfung. Gegen hohes Fieber helfen Wadenwickel, bei Kopfschmerzen und Übelkeit können Pulswickel entlasten und gegen die Müdigkeit hilft va. Viel Schlaf. Bei einer Rachenentzündung kannst du dem Kind/Jugendlichen zB. Salbeitee zum Gurgeln geben, bei Halsschmerzen lindern kühle Halswickel.

 

Woran erkenne ich, dass es sich um diese Krankheit handelt?

Es macht Sinn, ein Kind mit geschwollenen Lymphknoten, latentem Fieber, Müdigkeit und unbestimmten Bauchschmerzen mit Übelkeit über mehr als 1-2 Wochen einer ärztlichen Fachperson vorzustellen, da der Verdacht von anderen Krankheiten abgegrenzt werden sollte. Dazu braucht es spezifische Untersuchungen.

Ringelröteln

Übersicht der Kinderkrankheit Ringelröteln

Übersicht Ringelröteln

Ansteckung

Ringelröteln tritt seltener auf, da sie nicht so hoch ansteckend ist. Sie verläuft bei Kindern bei gutem Allgemeinzustand meistens mild. Die Ansteckung erfolgt via Tröpfchen, also über Sprechen, Küsschen, Husten oder Niessen. 13-18 Tage nach Kontakt mit dem Virus treten erste Symptome auf. Das Kind ist bereits 10 Tage nach dem Kontakt mit dem Virus und bis zum Ausbruch des Ausschlages ansteckend. Danach ist die Ansteckungsgefahr vorüber. 

Ist die Krankheit einmal durchgemacht, ist der Organismus für das ganze Leben immun und erkrankt nicht wieder an Ringelröteln.

 

Symptome und Krankheitsverlauf

Die Symptome beginnen mit einer typischen Gesichtsrötung, welche einem Schmetterling ähnelt. Danach zeigt sich ein Ausschlag an Armen und Beinen, welcher girlandenförmig, oder als kleine Ringe, auftritt und wieder verblasst. Der Ausschlag dauert ca. 10 Tage. Manchmal wird Ringelröteln von leichtem Fieber oder verschleimten Atemwegen begleitet. Manchmal werden auch Gelenkschmerzen beklagt, welche nach ca. 3 Wochen wieder abklingen. 

 

Komplikationen

Eine Infektion einer nicht immunen schwangeren Frau kann für das ungeborene Kind sehr gefährlich sein. Komplikationen für infizierte Menschen treten ansonsten selten und va. bei immungeschwächten Menschen auf.

 

Wie kann ich mich und mein Kind schützen?

Die üblichen Hygienemassnahmen wie regelmässiges Händewaschen und Lüften sind empfehlenswert, können aber nicht vor der Krankheit schützen. Zumal diese ansteckend ist, bevor sich die Symptome zeigen. Falls du schwanger und nicht immun bist, solltest du den Kontakt zu potentiell erkrankten Kindern unbedingt vermeiden.

 

Therapie

In der Regel braucht diese Krankheit keine Therapie. Das Fieber muss, falls es überhaupt auftritt, nicht gesenkt werden, da es normalerweise nicht hoch ist. Bei Kopfschmerzen können Pulswickel Linderung verschaffen. Mögliche verschleimte Atemwege können mit warmen Kompressen auf den Nasennebenhöhlen oder Hals- und Brustwickeln gelindert werden. Die Haut ist während des Ausschlages empfindlicher als üblich. Achte darauf, dass du keine reizenden Substanzen wählst, arbeite lieber mit trockenen und milden Wickeln.

Viel Zuwendung und Fürsorge helfen am besten.

 

Woran erkenne ich, dass es sich um diese Krankheit handelt?

Der Erreger von Ringelröteln ist ein anderer als der von Röteln. Jedoch verursacht auch Röteln einen Ausschlag, welcher im Gesicht beginnt und sich dann auf den Körper ausbreitet. Röteln zeigt sich aber nicht geringelt und der Ausschlag klingt nach 1-3 Tagen wieder ab. Bei beiden Krankheiten sollte der Kontakt zu schwangeren Frauen vermieden werden.

Auch der Ausschlag durch Masern beginnt im Gesicht und verläuft dann über den Körper. Masern wird aber von schlechterem Allgemeinzustand und Fieberspitzen begleitet. Ist das Kind gegen Masern und Röteln geimpft, könnte der Ausschlag einer Allergie oder einem Ausschlag seltener Krankheiten ähneln.

Falls der Ausschlag eine typische Zeichnung hat und es deinem Kind gut geht, braucht es keine Abklärung bei einer ärztlichen Fachperson, da dies keine Konsequenzen hat und die ansteckende Zeit mit Auftreten des Ausschlages bereits vorüber ist. Falls dein Kind nicht geimpft ist und du unsicher bist, solltest du deinen Verdacht einer ärztlichen Fachperson melden.

 

Weiterführende Links:

Wie ein Ausschlag von Ringelröteln aussieht und weitere Informationen kannst Du auf https://de.wikipedia.org/wiki/Ringelröteln anschauen.

Röteln

Übersicht der Kinderkrankheit Röteln

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Ansteckung

Das Rubella-Virus wird über Tröpfchen übertragen, das heisst: über Sprechen, Küsschen, Husten und Niessen. Ansteckend ist die kranke Person 7 Tage vor Ausbruch des Ausschlages bis 7 Tage danach.

 

Symptome und Krankheitsverlauf

Die Krankheit bricht mit dem Ausschlag im Gesicht aus. Dazu schmerzen die Lymphknoten am Hals und im Nackenbereich. Der Ausschlag breitet sich auf den Rumpf, die Arme und Beine aus. Er zeigt sich mit kleinen roten Flecken, welche, wenn du mit den Fingern darüber streichst, erhaben sind. Die Haut fühlt sich also uneben an. Nach ein paar Tagen klingt der Ausschlag wieder ab. Die Infektionsgefahr besteht aber für weitere 7 Tage. Meistens wird die Krankheit von keinen weiteren Symptomen begleitet und der Allgemeinzustand der erkrankten Person ist gut. Es kann sogar sein, dass kein Ausschlag auftritt.

 

Komplikationen

Es kann zu Komplikationen für die erkrankte Person kommen. Gefährlich ist aber, wenn eine schwangere Frau, welche nicht immun ist, mit dem Virus in Kontakt kommt. Das ungeborene Kind kann so Missbildungen erleiden oder sogar sterben. In der Schweiz sind die meisten Menschen gegen Röteln geimpft, so besteht wenig Gefahr diesbezüglich. Allerdings muss bedacht werden, dass sich in unserem Land auch Frauen aus anderen Ländern, welche weniger gute medizinische Versorgung genossen, aufhalten.

 

Wie kann ich mich und mein Kind schützen?

Betreffen kann die Krankheit alle Menschen, welche nicht immun sind. Gefährdet sind vor allem schwangere Frauen und deren ungeborene Kinder. Daher wird einer Frau, welche nicht immun ist und einen Kinderwunsch hat empfohlen, sich zu impfen.

Die Impfung schützt einen Menschen lebenslang und kann in der Kombination mit Masern, Mumps und Windpocken (MMRV) ab dem Alter von 9 Monaten verabreicht werden. Die Impfung bei dir und deinem Kind schützt ausserdem die schwangeren nicht immunen Frauen in deiner Umgebung.

 

Therapie

Es gibt keine Therapie gegen das Virus. Die Krankheit kann nur symptomatisch behandelt werden. Meistens sind die Symptome nicht ausgeprägt und der Ausschlag ist nicht juckend, daher braucht es keine spezifischen Symptombehandlungen. Die erkrankte Person soll jedoch jeglichen Kontakt zu anderen Personen vermeiden. Die Krankheit ist meldepflichtig.

 

Woran erkenne ich, dass es sich um diese Krankheit handelt?

Der Röteln Ausschlag zeigt sich, wenn er sich denn überhaupt zeigt, typischerweise mit kleinen roten Flecken, welche nicht miteinander verbunden sind und zu einer unebenen, aber nicht rauen Haut führen. Wenn du den Verdacht auf Röteln hast, da dein Kind nicht dagegen geimpft ist, musst du dies einer ärztlichen Fachperson melden.

Scharlach

Typisch an Scharlach ist die Rachenentzündung mit Halsschmerzen, und die tiefrote Himbeere-Zunge. 

Übersicht Kinderkrankheit Scharlach

Kinderkrankheit Scharlach Übersicht

Ansteckung

Im Gegensatz zu den anderen, in dieser Serie beschriebenen Krankheiten, wird Scharlach durch ein Bakterium verursacht. Die Ansteckung erfolgt über Sprechen, Küsschen, Husten und Niessen, ist sehr hoch und kann wiederholt vorkommen. Das Kind kann bis zu 4 Wochen ansteckend sein.

 

Symptome und Krankheitsverlauf

Scharlach zeigt sich zunächst als Entzündung im Nasen-/Rachenraum (Angina). Das Kind klagt über Hals- und Schluckbeschwerden und hat eine klossige Aussprache. Dazu kommt 1-2 Tage später ein Ausschlag, welcher sich von den Leisten und Achselbeugen ausgehend über den Rumpf zum Kopf hin ausbreitet, fleckig, rau und trocken ist, mit erhabenen Stellen. Typischerweise bleibt die Umgebung um den Mund vom Ausschlag ausgespart.

Die Zunge ist zu Beginn belegt und wird danach Himbeerrot. Die Lymphknoten am Hals sind oft geschwollen und schmerzen bei Druck. Nach 7-10 Tagen schuppt sich die Haut und die Krankheit ist vorbei.

 

Komplikationen

Komplikationen sind selten.

 

Wie kann ich mich und mein Kind schützen?

Mit den üblichen Hygienemassnahmen kann man sich ein wenig schützen, da das Bakterium jedoch über Tröpfchen übertragen wird, besteht immer das Risiko, sich anzustecken.

 

Therapie

Früher wurde Scharlach in jedem Fall mit Antibiotika behandelt, heute ist das nicht mehr so. Falls der Verlauf der Krankheit mild ist, musst du dein Kind nicht einer ärztlichen Fachperson vorstellen.

Symptome wie Halsschmerzen und Schluckbeschwerden kannst du mit kühlen Halswickeln unterstützen und Salbeitee zum Gurgeln geben. Aufpassen, dass du bei Halswickeln keinen Druck auf die Lymphknoten ausübst. Lieber für ein paar Minuten eine Kompresse mittig auf den Hals legen. Schuppt sich der Ausschlag, kannst du ihn mit einem neutralen Öl pflegen. Es ist wichtig, dass das Kind viel Ruhe bekommt und den Kontakt zu anderen Kindern, möglichst vermieden wird.

 

Woran erkenne ich, dass es sich um diese Krankheit handelt?

Bekommt das Kind keinen Ausschlag handelt es sich nicht um Scharlach. Es kann eine Form von Angina sein, welche ebenso nur bei schwerwiegendem Verlauf einer Abklärung bedarf.

Da die Lymphknoten einen geschwollenen Hals verursachen und die Mandeln entzündet sind, kann Scharlach mit dem Pfeifferschen Drüsenfieber verwechselt werden. Diese Krankheit verläuft jedoch ohne Ausschlag.

Windpocken (Spitze Blattern)

Typisch an Windpocken ist der Hautausschlag, auch Sternenhimmel genannt mit vielen, in verschiedenen Stadien befindenden Bläschen, welche am ganzen Körper lokalisiert sein können. 

Übersicht der Kinderkrankheit Windpocken

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Woran erkenne ich, dass es sich um diese Krankheit handelt?

Findest du Bläschen an der behaarten Kopfhaut, kannst du ziemlich sicher sein, dass es sich um Windpocken handelt. Sie sind typisch für Windpocken. Die Bläschen am Körper können an eine allergische Reaktion oder an Mückenstiche erinnern. Falls das Kind geimpft ist, kann der Ausschlag wahrscheinlich durch dein Beobachtungsvermögen von Scharlach, Ringelröteln, Hand-Fuss-Mundkrankheit und Dreitagefieber gut unterschieden werden. Falls Unsicherheit besteht und die Krankheitszeichen unspezifisch sind, kann eine ärztliche Fachperson weitere, mit Ausschlägen begleitete, Krankheiten ausschliessen.

Windpockenausschlag

Ansteckung

Übertragen wird das Varizella-Zoster-Virus über Sprechen, Küsschen, Husten, Niessen und Hautkontakt.

In der Regel ist ein Kind nach einem Krankheitsverlauf immun und wird nie mehr an Windpocken erkranken. Das Virus bleibt aber im Körper und kann, falls der Verlauf sehr mild war, später – meist in fortgeschrittenem Alter – in Form einer Gürtelrose wieder zum Vorschein kommen. Das erkrankte Kind ist 2 Tage vor Ausbruch bis zum Abheilen des letzten Bläschens ansteckend. In dieser Zeit kann der Kontakt zu schwangeren Frauen schwerwiegende Folgen für das ungeborene Kind haben, falls die schwangere Frau erstmals mit dem Virus in Kontakt kommt.

Symptome und Krankheitsverlauf

Windpocken zeigen sich deutlich durch den typischen Ausschlag, welcher sich – ähnlich einem Sternenhimmel – mit Bläschen in verschiedenen Stadien zeigt. Die Bläschen brechen auf und verkrusten schliesslich. Sie jucken stark und treten an Bauch, Rücken und Gesicht, jedoch auch am behaarten Kopf und auf den Schleimhäuten auf. Manchmal wird die Krankheit von grippeähnlichen Symptomen begleitet. Ein Virusnachweis ist gegebenenfalls bei einem immungeschwächten Kind notwendig, in der Regel zeigt sich das Erscheinungsbild jedoch typisch.

Komplikationen

Komplikationen sind eher selten.

Manchmal kann es durch Verunreinigung der Haut mit Bakterien zu einer Folgeinfektion kommen. Vorbeugend hilft hier, das Kratzen so gut es geht zu verhindern, da dies ein idealer Weg für Bakterien ist, in den Organismus einzudringen.

Sollte dein Kind an plötzlich starkem Erbrechen, Fieber, Kopfschmerzen, Krämpfen und Bewusstseinsveränderung leiden solltest du eine ärztliche Fachperson aufsuchen.

Wie kann ich mich und mein Kind schützen?

Ein Impfschutz ist bei Windpocken vorbeugend möglich. Seit 2023 wir die Impfung gegen Windpocken zusammen mit Masern, Mumps und Röteln (MMRV) angeboten und vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) empfohlen. Ein Grund für eine Impfung ist die in fortgeschrittenem Alter nicht selten auftretende Gürtelrose.

Therapie

Es gibt kein Medikament gegen Windpocken. Solange die Krankheitszeichen typisch und unkompliziert verlaufen ist es nicht notwendig, eine ärztliche Fachperson aufzusuchen.

Oftmals ist der Juckreiz das Lästigste an der Krankheit, daher ist es sinnvoll dem Kind hier Unterstützung zu bieten. Das eher leichte Fieber muss in der Regel nicht gesenkt werden. Gegen mögliche Kopfschmerzen können Pulswickel lindernd wirken, gegen Erkältungszeichen milde Brustwickel, zB. mit Rohwolle, eingewickelt in ein Tuch, da die Haut durch den Ausschlag auf der Brust nicht intakt ist.

Wickel-Anwendung und naturheilkundliche Tipps

Auflage mit Eichenrindentee zur Juckreizlinderung. 

Dafür brauchst Du:

  • Ca. 20g Eichenrinde
  • 500ml Wasser
  • Kompresse oder Gazetuch
  • evtl. etwas zum Fixieren

Eichenrinde mit 500ml Wasser aufkochen und 15-20 Minuten ziehen lassen. Nach dem Abseihen abkühlen lassen. Die Kompresse oder das Gazetuch in dem Sud tränken und leicht ausdrücken. Auf die betroffene Hautstelle legen, bis das Tuch leicht antrocknet. Falls nötig wiederholen.

Für eine weitere Anwendung kann der Eichenrinden-Sud im Kühlschrank für max. 24 h aufbewahrt werden. 

 

Abwaschung mit Eichenrindentee bei Juckreiz

Für eine Abwaschung mit Eichenrindentee stellst Du den Sud auf die gleiche Weise wie bei der Auflage beschrieben, her. 

Nun tunkst Du ein Tuch in den Sud und tupfst die juckenden Stellen deines Kindes sanft mit dem feuchten Tuch ab. Danach lässt Du die Haut am Besten an der Luft trocknen. 

 

Weiterführende Links:

https://www.bag.admin.ch/bag/de/home/krankheiten/krankheiten-im-ueberblick/windpocken.html

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Tipp von Rahel

PoxClin CoolMousse ist ein Schaum, welcher juckreizlindernd und kühlend wirkt und sich ultra-leicht auftragen lässt. Er ist speziell lindernd bei Windpocken.

Die Aufbewahrung des Präparates im Kühlschrank intensiviert die kühlende Wirkung.

Das Abtupfen mit einem Wegerich-Frischpflanzentüchlein hilft ebenfalls, den Juckreiz zu stillen.

Beide Produkte sind im Handel erhältlich.